Den Charakter zurückgeben

„Wir sind in den letzten Abstimmungen mit den Behörden, im April soll es losgehen“, sagt Steve Böger und richtet seinen Blick auf ein marodes Gebäude an der Lindener Straße.
Dort will der Handwerksmeister in den kommenden Monaten eines der spannendsten Immobilienprojekte seit Jahren umsetzen: die Sanierung des alten Turmhauses (VorOrt berichtete).
„Im Inneren haben wir schon angefangen, bis auf die tragenden Wände ist alles raus“, sagt Böger. Der Blick vom Erdgeschoss reicht an den morschen Deckenbalken vorbei bis hoch unter das Dach. „Die Balken kommen auch noch raus. Wir ziehen Betondecken ein“, erklärt der 49-Jährige. Das Dach wird ebenfalls neu gemacht sowie etliches mehr.
Schließlich soll das 1908 erbaute Gebäude, das jahrzehntelang unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Linden als Gerätehaus nutzte, zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus umgebaut werden. Die zugemauerten Rundbögen werden wieder aufgebrochen und große Scheiben eingesetzt, an der Außenfassade wird der Klinker freigelegt, die Plastikfenster das Gebäude abreißen.
Eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes sei nicht möglich. Böger sieht das anders und kaufte 2024 das Haus. „Wenn einer sagt, das geht nicht, dann geht bei mir der Reiz los. Und hier ist der Reiz besonWir liefern Ihnen wöchentlich knackige Frische ins Haus und machen Ihr Leben leichter. Wurst – wählen Sie aus unserem großen Sortiment So soll das Turmhaus an der Lindener Straße von Steve Böger (li.) künftig aussehen. ausgetauscht, die morschen Klappläden ausgewechselt, eine Fußbodenheizung verlegt, und und und.
In den nächsten Wochen gehen die Arbeiten für alle sichtbar los. Dann wird das Gebäude eingerüstet. Rohbau und Dach sollen bis Spätsommer fertig werden, „und ab September startet der Innenausbau.“
Energetisch wird das alte Gebäude auf den neuesten Stand gebracht: werden gegen dreifachverglaste Holzfenster Innendämmung, Dachdämmung und die Beheizung über eine Erdwärmepumpe sowie eine PhotovoltaikAnlage. Aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes „immer in enger Absprache mit den Behörden“, betont Böger. Ins Erdgeschoss kommen später Büroräume, die bereits vermietet sind, ins Obergeschoss zwei Wohnungen mit rund 70 qm sowie rund 90 qm und obendrüber eine Dachgeschosswohnung mit etwas über 130 qm samt Loggia. Im zweiten Quartal 2027 soll alles fertig sein, so der Plan.
Beim aktuellen Anblick des Hauses braucht es dafür Fantasie: Nur ein Bauzaun steht um das von Hausschwamm befallene Gebäude, dessen Außenwände teils vermoost sind. Von Schimmelpilz befallen steht es seit 2021 leer. Die Feuerwehr musste damals kurzfristig ausziehen, die Standsicherheit war nicht mehr gegeben.
Der Vorbesitzer wollte das Gebäude abreißen. Eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes sei nicht möglich. Böger sieht das anders und kaufte 2024 das Haus. „Wenn einer sagt, das geht nicht, dann geht bei mir der Reiz los. Und hier ist der Reiz besonders groß“, erzählt Böger und schmunzelt.
In Linden zur Schule gegangen, kennt er das alte Feuerwehrhaus noch von früher, nun macht er es schick. „Ich mag solche Projekte“, sagt Böger, Inhaber des gleichnamigen Heizungs-, Elektro- und Sanitär-Betriebs in Wattenscheid. „Und als Handwerker habe ich es ja selbst in der Hand, wir können viele Dinge selbst machen.“ Sein Ziel ist es, dem Haus den Charakter zurückzugeben.
