Jo & Hannes im Kirchturm

Jo & Hannes – so heißen die wohl ungewöhnlichsten Bewohner von St. Johannes. Die beiden Turmfalken, die sich im Kirchturm im Kirchviertel niedergelassen haben, sind inzwischen nicht nur Eltern geworden. Die beiden haben jetzt auch Namen.
Verschiedene Vorschläge
Gesucht hatte die Gemeinde die Namen bereits im Frühjahr. Beim Gemeindefest fiel nun die Entscheidung. Mehrere Vorschläge standen zur Wahl, am Ende machten „Jo & Hannes“ das Rennen – eine augenzwinkernde Anspielung auf den Namen der Gemeinde. Zur Auswahl standen außerdem „Sam & Jo“, „Falko & Falka“, „Kirch & Viertel“ sowie „Idris & Mounir“. Noch mehr als über die Namen freut sich die Gemeinde allerdings darüber, dass das Artenschutzprojekt tatsächlich funktioniert. Das Falkenpärchen hat im eigens eingerichteten Nistplatz im Kirchturm erfolgreich gebrütet. Mitte April schlüpften die Jungtiere.
Wie viele es genau waren, weiß allerdings niemand. Zeitweise wurden drei oder vier Falken gleichzeitig rund um den Kirchturm beobachtet. Inzwischen ist der Nachwuchs flügge geworden und hat den Nistplatz endgültig verlassen. „Wir hoffen sehr, dass die Falken im nächsten Jahr wiederkommen“, sagt Dr. Stephanie Adams vom Kirchenvorstand.
Nistkasten im Kirchturm
Dass überhaupt Turmfalken in St. Johannes brüten, ist kein Zufall. Vor rund zweieinhalb Jahren hatte die Gemeinde gemeinsam mit dem Naturschutzbund NABU hoch oben im Kirchturm einen Nistplatz eingerichtet. Dafür wurde an der Rückseite des Turms in Richtung Rüsenacker eine kleine Öffnung geschaffen. Von innen wurde dort ein Nistkasten angebracht. Die Falken gelangen so zu ihrem Brutplatz, nicht aber in den übrigen Kirchturm. Eigentlich hatte sich die Gemeinde damals auf eine lange Wartezeit eingestellt. Es könne Jahre dauern, bis Turmfalken einen neuen Brutplatz annehmen – oder vielleicht auch gar nicht klappen, hieß es.
Umso größer war die Freude, als das Pärchen in diesem Frühjahr tatsächlich einzog. Was genau sich während der Brutzeit im Nistkasten abspielte, konnten die Gemeindemitglieder bislang allerdings nicht beobachten. Sie haben bewusst darauf verzichtet, in den Turm zu steigen und die Tiere zu stören.
Webcam für die nächste Brutsaison
Das soll sich künftig ändern. Nach dem Sommer wollen Gemeindemitglieder den inzwischen verlassenen Nistplatz inspizieren. Dabei gibt es auch schon eine Idee für die nächste Brutsaison: Eine Webcam könnte künftig live zeigen, was sich im Falkenkasten abspielt. Die Bilder sollen für alle Interessierten abrufbar sein. „Das wäre eine sehr spannende Idee“, so Adams.
Jetzt müssen Jo & Hannes nur noch mitspielen. Ob das Turmfalkenpärchen im kommenden Jahr tatsächlich wieder im Kirchturm einzieht, lässt sich natürlich nicht planen. In St. Johannes jedenfalls wäre es auf jeden Fall willkommen.
